Klimatologische Grundlagen
Weiterführende Informationen
Der natürliche Treibhauseffekt
Unsere Erde ist von der Atmosphäre umgeben, die unser Leben ermöglicht: Sie liefert uns Sauerstoff und hält die Temperaturen erträglich. Verantwortlich dafür ist der natürliche Treibhauseffekt. Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) und andere Gase sind Teil der Atmosphäre. Sie sorgen dafür, dass ein Teil der von der Erde abgestrahlten Wärme in der Atmosphäre verbleibt und sie erwärmt – wie eine dünne Decke. Ohne diesen Effekt läge die Durchschnittstemperatur auf der Erde bei -18°C. Der natürliche Treibhauseffekt hebt die globale Durchschnittstemperatur auf etwa 15°C an.
Der menschengemachte Klimawandel
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und bis heute emittiert der Mensch mehr CO2 und andere Treibhausgase als die Natur aufnehmen kann. Darum steigt die Konzentration dieser Gase in der Atmosphäre weiterhin massiv an. Während der Anteil der Kohlenstoffdioxid-Moleküle 1950 rund 280 parts per million (ppm) betrug, liegt er 2026 bereits bei über 420ppm. Ein Anstieg von über 50 Prozent, der zu einer rapiden Erwärmung der Erde führt. Umso mehr CO2 in der Atmosphäre ist, desto stärker erwärmt sich die Atmosphäre. Oder anders ausgedrückt, umso dicker die Decke, desto wärmer unter der Decke.
Was bedeutet das für Tauberbischofsheim und unseren Wald?
Die Erderwärmung wird nach den Prognosen der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg dazu führen, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Tauberbischofsheim von ca. 8°C auf über 12°C steigen könnte. Wärmere Durchschnittstemperaturen führen zu mehr Wetterextremen - Dürren, Hitzeperioden, Starkregen- und Hochwasserereignisse nehmen sowohl an Quantität als auch an Intensität zu.
Tauberbischofsheim ist bereits heute eine der trockensten und wärmsten Regionen Süddeutschlands. Die steigenden Durchschnittstemperaturen, vermehrt auftretende Hitzewellen und abnehmende Sommerniederschläge trocknen die für das Taubertal typischen Muschelkalkböden bis tief in den Untergrund aus.
Unseren Wald stellen diese Veränderungen vor große Herausforderungen. Hitze und Dürre belasten die Bäume stark, führen zu mehr Krankheiten und erhöhen die Baummortalität. Ausbleibender Winterfrost und veränderte Vegetationsperioden zwingen die Bäume zur Anpassung. Viele Baumarten können sich jedoch nicht schnell genug anpassen.
Es ist daher höchste Zeit zu handeln!

