Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungskultur in Tauberbischofsheim

Die Stadt Tauberbischofsheim erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus und hält deren Schicksale im öffentlichen Bewusstsein wach. Bereits heute bestehen in Tauberbischofsheim zwei zentrale Gedenkorte: ein Gedenkstein an der Peterskapelle sowie eine Gedenktafel im Rathaus. Beide Orte erinnern an die deportierten Jüdinnen und Juden und rufen dazu auf, die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft aus der Geschichte heraus wahrzunehmen.

Mit der Weiterentwicklung der Erinnerungskultur setzt die Stadt ein klares Zeichen gegen das Vergessen und für ein respektvolles und verantwortungsbewusstes Miteinander.

Anregung zur Verlegung von Stolpersteinen

Im Jahr 2023 regte die Familie Brückheimer, Nachfahren von Überlebenden des Nationalsozialismus, die Verlegung von sogenannten Stolpersteinen in Tauberbischofsheim an. Die Stadt Tauberbischofsheim setzte sich in den Jahren 2024 und 2025 intensiv mit diesem Anliegen auseinander und wog die verschiedenen Perspektiven und Argumente sorgfältig ab.

Nach Abstimmung mit der Stiftung „Spuren“ wurde ein Termin für die erste Verlegung festgelegt. Am 17. Mai 2026 werden in Tauberbischofsheim insgesamt zwölf Stolpersteine zum Gedenken an Angehörige der Familie Brückheimer an vier verschiedenen Orten im Stadtgebiet verlegt.

Öffentliche Gedenkveranstaltung am 17. Mai 2026

Die Verlegung erfolgt im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung. Beginn ist am Sonntag, 17. Mai 2026, um 15:00 Uhr auf dem Marktplatz in Tauberbischofsheim.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen und gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken.

Das Projekt Stolpersteine

Die Stolpersteine sind ein europaweites Kunst- und Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig und werden in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Spuren“ umgesetzt. Die kleinen, in den Gehweg eingelassenen Messingtafeln erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, deportiert, ermordet oder zur Flucht gezwungen wurden.

Die Stolpersteine werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnorten der Menschen verlegt und holen ihre Namen symbolisch zurück in den Alltag der Stadt.

Zusammenarbeit mit dem Verein „Die Schul“ in Wenkheim

Die Stadt Tauberbischofsheim arbeitet bei der Erforschung und Dokumentation der Schicksale der Opfer des Nationalsozialismus eng mit dem Verein „Die Schul“ in Wenkheim zusammen.

Auf der Internetseite des Vereins werden künftig die Biografien der Menschen veröffentlicht, für die Stolpersteine in Tauberbischofsheim verlegt wurden. Dadurch werden ihre Lebensgeschichten dauerhaft zugänglich gemacht und ein vertieftes Verständnis für die persönlichen Schicksale ermöglicht.