„Keine Gewalt gegen Frauen!“
Tauberbischofsheim zeigt klare Haltung: Gewalt an Frauen hat hier keinen Platz
Schon entdeckt? Seit dem 4. August steht eine in auffallendem Orange gehaltene Bank im Tauberbischofsheimer Badgarten und macht auf das Leid von Frauen durch häusliche Gewalt / Partnergewalt aufmerksam. Es ist die erste dieser Art im Main-Tauber-Kreis. Der an der Bank angebrachte QR-Code bietet die Möglichkeit, über die Website des Fördervereins Main-Tauber für das Frauen und Kinderschutzhaus Kontakt mit der vereinseigenen Beratungsstelle aufzunehmen.
In der Beratungsstelle zeige sich täglich: Gewalt an Frauen geschieht in allen Gesellschaftsschichten, allen Religionen, in der Nachbarschaft und im Freundes- und Bekanntenkreis, berichtete die erste Vorsitzende des Fördervereins Gayle Lüdtke-Beemer. Die Zahlen aus dem Jahr 2025 zeigten deutlich den hohen Bedarf an Beratung und Unterstützung: Mit 903 Beratungskontakten für 126 Frauen leistete die Beratungsstelle in 2025 intensive Begleit- und Unterstützungsarbeit. (108 Frauen in 2024). Neben psychosozialer Beratung spiele auch die Kooperation mit der Polizei und anderen Behörden, sozialen Einrichtungen und Frauenhäusern eine zentrale Rolle, um Schutz und Perspektiven für betroffene Frauen zu schaffen. Der Verein mit der Beratungsstelle finanziert sich durch Zuwendungen des Landratsamtes, unterandrem durch eigene Aktionen und aus dem Einwerben von Spenden. Harte Fakten belegen auch deutschlandweit: In Deutschland tötet alle zwei Tage ein Mann seine (Ex-) Partnerin, fast jeden Tag gibt es einen Tötungsversuch. Alle vier Minuten fügt ein Mann seiner (Ex-)Partnerin Gewalt zu. Jede zweite Frau wurde in Deutschland bereits sexuell belästigt. (Quellen: BKA, Nov. 2025 / LeSuBiA , Feb. 2026 / Institut für Generationenforschung: Jugendtrendstudie 2025).
Intensive Öffentlichkeits-Arbeit mit Aktionen und eigenen Veranstaltungen sowie Besuchen bei anderen Organisationen sei seit vielen Jahren der Arbeitsschwerpunkt des Fördervereins, so die Vorsitzende. Mit der Aktion „Orangene Bänke im Main-Tauber-Kreis“ schließe sich der Förderverein der UN-Kampagne „Orange The World“ an: Vom Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte zeigen weltweit Organisationen, Städte und Unternehmen mit der Farbe Orange „Null Toleranz gegen Gewalt an Frauen“.
„Wir freuen uns“, betonte Gayle Lüdtke-Beemer, „dass es uns in Tauberbischofsheim dank der unbürokratischen Entscheidung von Bürgermeisterin Annette Schmidt als erste Stadt gelungen ist, mit der orangenen Bank ein Zeichen zu setzen“. Man sei mit weiteren Orten im Landkreis im Gespräch und hoffe, dass bis zum 25.November in vielen Orten orangene Bänke zeigen, dass Gewalt gegen Frauen im Main-Tauber-Kreis keinen Platz hat.
