Friedhof Dittwar: Neugestaltetes unteres Grabfeld offiziell übergeben
Nach mehreren Jahren Planung und Vorbereitung wurde am Donnerstag, 11. Juni, das neugestaltete untere Grabfeld des Friedhofs Dittwar offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bürgermeisterin Anette Schmidt, Ortsvorsteher Matthias Lotter, Bauamtsleiter Zoltan Szlaninka, Katharina Lampert vom Bauamt der Kreisstadt Tauberbischofsheim, Ingenieurbüro Fritz Spieth aus Dittigheim sowie weitere Projektbeteiligte besichtigten die fertiggestellte Anlage.
„Seit vielen Jahren bestand der Wunsch, dass sich hier etwas tut“, sagte Bürgermeisterin Anette Schmidt bei der Übergabe. Mit der Neugestaltung sei es gelungen, den Friedhof nicht nur optisch aufzuwerten, sondern auch neue Bestattungsformen zu schaffen und den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden. Das Ergebnis sei „wunderbar gestaltet“, zudem sei die Baumaßnahme reibungslos verlaufen. Besonderen Dank richtete sie an Ortsvorsteher Matthias Lotter, der sich über Jahre hinweg beharrlich für die Umsetzung des Projekts eingesetzt habe.
Auch Matthias Lotter erinnerte an die lange Vorgeschichte der Maßnahme. Auf dem Friedhof sei über viele Jahre hinweg wenig verändert worden. Gleichzeitig habe die besondere Hanglage des Geländes die Planungen erschwert. Insbesondere bei der Verbesserung der Zugänglichkeit seien die topografischen Gegebenheiten eine Herausforderung gewesen.
Die ersten Schritte für die Neugestaltung reichen bis ins Jahr 2019 zurück. Nach der Vermessung des Geländes 2021 und der Beauftragung der Planungsleistungen wurde Ende 2021 ein erster Entwurf vorgelegt. Im Juli 2022 wurde die Planung im Ortschaftsrat Dittwar vorgestellt und gemeinsam weiterentwickelt. Aufgrund anderer Prioritäten musste das Projekt zunächst auf die Jahre 2024 und später auf 2025 verschoben werden. Nach der Übernahme des Projekts durch Katharina Lampert erfolgte 2025 eine gemeinsame mit Inge Spieth eine Überarbeitung der Planung und die erneute Vorstellung im Ortschaftsrat. Im August 2025 wurden die Leistungen ausgeschrieben, im November der Auftrag vergeben und noch im selben Monat mit den Bauarbeiten begonnen. Die offizielle Abnahme erfolgte am 10. Juni 2026.
Die Neugestaltung des unteren Grabfeldes wurde mit einem Auftragsvolumen von ca. 330.000 Euro umgesetzt. Den Auftrag erhielt die Bruno Brenner Garten- und Landschaftsbau GmbH aus Weikersheim. Als Nachunternehmer waren die Anton Roth GmbH aus Markelsheim für die Metallarbeiten sowie die Boller-Bau GmbH aus Tauberbischofsheim für die Asphaltarbeiten beteiligt.
Im Zuge der Baumaßnahme wurden mehr als 580 Kubikmeter Erdmaterial bewegt. Zur Sicherung des Geländes entstand eine rund 40 Meter lange Stützanlage aus Mauerscheiben mit Höhen zwischen 1,30 und 2,55 Metern. Neue Treppenanlagen mit Rollstuhlüberfahrsteinen, beidseitige Geländer sowie verbreiterte Wege verbessern die Nutzung des Friedhofs. Aufgrund der Terrassierung des Geländes konnte eine barrierearme Erschließung allerdings nur im unteren Bereich realisiert werden. Zusätzlich wurde der Zufahrtsweg erweitert und eine Parkmöglichkeit in der zweiten Ebene geschaffen.
Zur Neugestaltung gehören außerdem rund 250 Quadratmeter Gehwege mit Betonsteinpflaster in Muschelkalkoptik sowie etwa 100 Quadratmeter wassergebundene Wegeflächen. Eine neue Wasserleitung mit frostfreier Wasserstele sorgt künftig für eine verbesserte Versorgung auf dem Friedhof. Neue Bäume, Sträucher, Stauden, Bodendecker und Rasenflächen runden das Erscheinungsbild ab.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Schaffung neuer Bestattungsformen. Entstanden sind vier Doppelurnengräber, zwölf Einzelurnengräber sowie 15 Röhrengräber. Sieben davon tragen das Motiv einer Weinrebe, sieben ein Baummotiv und ein Grab wurde als Kindergrab mit einem Bärchenmotiv gestaltet. Darüber hinaus wurden Gemeinschaftsgräber als Rasengräber angelegt. Im unteren Bereich stehen rund 48 Grabstellen zur Verfügung. Auf der oberen Fläche wurden weitere 78 Grabplätze vorbereitet. Die Gestaltung der dazugehörigen Gedenksteine erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt entsprechend dem Bedarf.
Mit der Fertigstellung des Projekts verfügt der Friedhof Dittwar nun über ein modernes und zukunftsorientiertes Grabfeld, das den veränderten Anforderungen an Bestattungskultur und Friedhofsgestaltung Rechnung trägt und zugleich die besondere Atmosphäre des Ortes bewahrt.


