Bürgerbus stößt auf großes Interesse – Jetzt Mitstreiter für die Umsetzung gesucht

Infoveranstaltung Bürgerbus 9. Juni 2026

Rund 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Stadt Tauberbischofsheim zur Informationsveranstaltung über den geplanten Bürgerbus. Mit der Resonanz zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden. Im Technologie- und Gründerzentrum informierten sich die Gäste über das Konzept, mögliche Organisationsformen und die Erfahrungen bestehender Bürgerbusprojekte.

Bürgermeisterin Anette Schmidt eröffnete die Veranstaltung und zeigte sich erfreut über das große Interesse. „Wir sind froh, dass Sie alle da sind – wir waren uns nicht sicher, wie viele kommen werden“, begrüßte sie die Anwesenden. Das Interesse zeige, wie wichtig das Thema Mobilität für viele Menschen in Tauberbischofsheim sei. Gleichzeitig sei deutlich geworden, dass die Bürgerschaft bereit sei, sich aktiv an der Entwicklung neuer Lösungen zu beteiligen.

Anschließend stellten Hauptamtsleiter Michael Karle und sein Stellvertreter Christian Gros die Überlegungen der Stadt für ein zukünftiges Bürgerbusangebot vor. Hintergrund ist das Auslaufen des bisherigen Stadtbusverkehrs Ende 2027. Ziel ist es, auch künftig ein verlässliches Mobilitätsangebot insbesondere für die älteren Bürgerinnen und Bürger sicherzustellen. Da ein Bürgerbus nicht in Konkurrenz zum regulären ÖPNV und Taxiunternehmen treten darf, wurde ein flexibles Haltestellenkonzept mit telefonischer Voranmeldung vorgestellt, das von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr angeboten werden könnte.

Einen großen Teil des Abends gestalteten Dieter Scheidel, ehemaliger Vorsitzender des Bürgerbusvereins Grünsfeld, und dessen stellvertretender Vorsitzender Gerd Volkheimer. Gemeinsam brachten sie nicht nur ihre langjährige Erfahrung, sondern auch ihren Bürgerbus mit nach Tauberbischofsheim.

Die beiden berichteten eindrucksvoll über die Entwicklung des Grünsfelder Bürgerbusses, der seit 2015 erfolgreich unterwegs ist. Dieter Scheidel erläuterte das Konzept, die Organisation des Vereins und die Herausforderungen der Anfangszeit. Besonders bewegend waren seine Schilderungen über die Begegnungen mit den Fahrgästen. Das sogenannte „Haustür-zu-Haustür-Prinzip“ werde von den überwiegend älteren Nutzern außerordentlich geschätzt. Die Dankbarkeit der Menschen sei oftmals überwältigend. Mit spürbarer Emotion berichtete Scheidel davon, wie viel Wertschätzung und Herzlichkeit den ehrenamtlichen Fahrern entgegengebracht werde. Ein Bürgerbus sei weit mehr als ein Verkehrsmittel – er schaffe Begegnungen und ermögliche gesellschaftliche Teilhabe.
Im Anschluss standen Dieter Scheidel und Gerd Volkheimer gemeinsam mit den Vertretern der Stadt den zahlreichen Fragen der Besucher Rede und Antwort. Die intensive Diskussion zeigte das große Interesse der Anwesenden und brachte viele wertvolle Anregungen für die weitere Planung.

Erfreulich war auch die Bereitschaft zum Mitmachen: Knapp zehn Personen trugen sich noch am Abend in Interessentenlisten ein. Für eine erfolgreiche Umsetzung des Projekts werden jedoch deutlich mehr Unterstützer benötigt. Nach den bisherigen Planungen werden mindestens 20 ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer sowie weitere Helfer für Organisation, Fahrplanung und Vereinsarbeit benötigt.
Als mögliche Organisationsformen wurden die Neugründung eines Bürgerbusvereins oder die Einbindung bestehender örtlicher Vereine vorgestellt. Beide Modelle sollen in den kommenden Monaten weiter geprüft und konkretisiert werden.

Nicht warten – starten!

Die Stadt Tauberbischofsheim ruft alle Interessierten dazu auf, sich bereits jetzt einzubringen. Wer sich vorstellen kann, als Fahrer tätig zu werden, organisatorische Aufgaben zu übernehmen oder beim Aufbau eines Bürgerbusvereins mitzuwirken, ist herzlich eingeladen, sich zu melden.

Denn eines wurde an diesem Abend deutlich: Ein Bürgerbus kann nur dann erfolgreich sein, wenn viele Menschen bereit sind, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Das Beispiel Grünsfeld zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in einem solchen Projekt steckt. Jetzt gilt es, die nächsten Schritte zu gehen und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass auch Tauberbischofsheim künftig sagen kann: Wir bewegen unsere Stadt – gemeinsam.

Interessierte können sich an Christian Gros wenden:
Telefon 09341 803-1101
E-Mail: zentraleaufgaben@tauberbischofsheim.de