„Die Zukunft ist nicht die Verlängerung der Vergangenheit“

Das Publikum folgte interessiert dem Vortrag von Dr. Winfried Kösters.

„Wie sieht unser Ortsteil 2030 aus und wie können wir aktiv die Zukunft in unseren Ortsteilen gestalten?“ Dieser und vielen anderen Fragen ging Demografie-Experte Dr. Winfried Kösters im Rahmen des Demografie-Vortrags am Montag nach, zu dem rund 70 Interessierte in das Technologie- und Gründerzentrum gekommen waren. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projekts der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn Franken e. V. „Demografische Allianz Heilbronn-Franken“ statt, an dem die drei Tauberbischofsheimer Ortsteile Distelhausen, Dittigheim, Dittwar teilnehmen.

Bürgermeister Wolfgang Vockel begrüßte deshalb neben den Ortsvorstehern Lothar Lauer, Elmar Hilbert und Carsten Lotter besonders Frank Stroh, Projektleiter der „Demografischen Allianz Heilbronn-Franken“ und stellvertretender Beiratsvorsitzender der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V. sowie pro-Region-Geschäftsführer Ralph Wachter.
Anhand einer Bevölkerungspyramide machte er deutlich, dass im Jahr 2060 die Menschen über 70 die größte Bevölkerungsgruppe darstellen werden. Man müsse sich deshalb schon heute die Frage stellen, was für Chancen es für die drei Ortsteile gebe, wie sie auch in Zukunft mit Leben gefüllt und begleitet durch die öffentliche Hand attraktiv gestaltet werden könnten.
Dr. Winfried Kösters machte in seinem anschließenden Vortrag darauf aufmerksam, dass der Demografische Wandel viel mehr bedeute als „Wir werden alle älter“. „Wo kommen in Zukunft die Fachkräfte her, die mein Haus barrierefrei umbauen? Wo die zusätzlichen Polizisten und Sicherheitskräfte und das versprochene Pflegepersonal?“ Es werde eben nicht alles so weitergehen, wie es immer war. Und diese Zukunft müsse geplant werden: „Denn unser Alltag wird sich grundlegend verändern Im Vereinsleben, Geschäften, im Ehrenamt.“
Für diese Herausforderung sei Deutschland auf Zuwanderung angewiesen. Anhand einer demografischen Wanderung im Raum machte er das deutlich: Die Anwesenden sollten sich im Raum verteilen, je nachdem, ob die Vorfahren aus den drei Ortsteilen, dem Main-Tauber-Kreis, anderen Bundesländern oder dem Ausland kommen. Hier zeigte sich deutlich, dass die Bevölkerung in den Ortsteilen heute deutlich kleiner wäre, hätte es keine Zuwanderung gegeben. Das Potenzial der zugewanderten Menschen werde dringend benötigt und gerade im ländlichen Raum sei die Integrationskraft besonders hoch.
Im Anschluss stellten die drei Ortsvorsteher die Auswertung ihrer Fragebögen vor, die im Ort verteilt worden waren, allerdings bis auf Distelhausen geringere Rücklaufquoten hatten, als erhofft. Übereinstimmend war die Zufriedenheit der Bewohner mit Vereinsleben und Erholungswert, aber auch der Unmut über zu wenige Einkaufsmöglichkeiten und vor allem in Dittwar die schlechte Verkehrsanbindung. Allerdings zeigte sich auch, dass viele Menschen nicht unbedingt bereit sind, sich aktiv für die Gemeinschaft zu beteiligen. Auch habe man beispielsweise in Dittwar schon versucht, durch „fahrende Händler“ das Problem der fehlenden Geschäfte in den Griff zu bekommen, so Carsten Lotter. Dies musste jedoch durch mangelnde Nachfrage eingestellt werden.
Jeder müsse sich also fragen: Wie will ich 2030 vor dem Hintergrund einer völlig anderen Bevölkerungsstruktur leben, wohnen und arbeiten? Wie stellen wir uns das Miteinander der Generationen und Kulturen vor? Was ist mein Beweggrund, selbst aktiv zu werden?
Wer konkrete Ideen für die Zukunft der Ortsteile hat und sich in das Projekt „Wie sieht unser Ortsteil 2030 aus?“ einbringen möchte, kann dies beim Workshop am 13. Januar 2018 tun. Zwischen 9 und 16 Uhr werden konkrete Möglichkeiten besprochen und Projekte erarbeitet. Der Ort wird rechtzeitig bekanntgegeben. Anmeldung bis Freitag, 15. Dezember 2017 bei den Ortsvorstehern oder bei Christian Gros unter 09341/803-17 oder an christian.gros@tauberbischofsheim.de.

Demografie-Wanderung: Viele Interessierte möchten auch ihren Lebensabend in Dittigheim, Distelhausen oder Dittwar verbringen.

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